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Wie geht Milchreis und was wiegt ein Pferd

By Winfried Dannenmann | Internet

Es gibt so viel zu wissen

In Deutschland benutzen über 76 Prozent der Bevölkerung das Internet (Stand 2013 Quelle: Statista.com). Das heißt, dass der überwiegende Teil der Einwohnerschaft, gut informiert sein sollte über das Tagesgeschehen oder doch über ein Minimum an Allgemeinwissen.

Und genau da werde ich immer wieder stutzig. Wenn ich bei Facebook zum x-ten Mal zu Spielen eingeladen werde zum Beispiel. Und zwar von erwachsenen Menschen, von denen ich nie vermutet hätte, dass die so ihre Freizeit verbringen.

Nun ist gegen spielen gar nichts einzuwenden. Zur Entspannung zwischendurch sogar zu empfehlen. Wenn ich dann jedoch bei Facebook Einträge lese, wie „Hilfe, ich kann meinen Freunden keine Geschenke mehr zukommen lassen!“, oder „Was kann ich machen, ich erhalte keine Materialien mehr?“ Noch besser: „Wer hilft mir, zusätzliche Energie zu bekommen?“

Ohne Witz, ich musste tatsächlich einige Sekunden über den Sinn dieser Postings nachdenken. Bis mir dann klar wurde: Die Leute reden nicht von echten Geschenken, Materialien oder Energie, sondern von Spielen. Onlinegames! Und da werde ich auch benachrichtigt, wenn jemand aus meinem Freundeskreis einen neuen High-score erreicht hat. Oder dringend noch eine Tarnkappe für sein Einhorn sucht. Mittlerweile habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, solche Infos und Spieleanfragen direkt zu blockieren.

Und da stellt sich die Frage: Vom Rezept für Milchreis bis zu Informationen aus der Quantenphysik und sämtlichen Wissensgebieten kann man sich im Internet informieren, warum machen diese Leute keinen Gebrauch davon?

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis habe ich die Beobachtung gemacht, dass es meistens die Menschen sind, die in eingefahrenen Gleisen leben und auch denken, die ihre freie Zeit mit lapidaren Onlinespielen verbringen. Eben die Menschen, die tagsüber nach Anweisung funktionieren müssen und auch noch nicht mal darüber nachdenken, etwas zu ändern, sich ein Stück weiter zu entwickeln.

Interessant ist hier die Entwicklung. Durch die extrem schnelle Verbreitung der Smartphones hat sich die Zahl der Spiele-Apps ebenfalls explosionsartig vermehrt (256% innerhalb eines Jahres, Quelle: biu-online.de). Die Spieler sind nicht nur die Jugendlichen, wie man vielleicht vermuten könnte. 41% der Spieler sind über 39 Jahre alt (Quelle: biu-online.de).

Ach ja, um die Frage vom Anfang zu beantworten: Ein ausgewachsenes Pferd wiegt zwischen 450 und 600 Kilogramm.

Die Informatik des 21. Jahrhunderts überfüllt die Menschen so sehr, dass sie für ihr Eigenleben kaum noch Platz in sich finden.

Willy Meurer, Publizist

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