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Wer Ordnung hält muss suchen

By Winfried Dannenmann | Beziehung

Arbeitest du gern zügig und ohne Unterbrechung wegen fehlendem Werkzeug? Ich habe festgestellt, dass diejenigen, die Ordnung halten und immer all ihre Sachen an ihren Platz zurücklegen, auch diejenigen sind, die ihre Sachen immer suchen müssen. Klingt zunächst merkwürdig, aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dem so ist.

Also zum Beispiel haben meine Büromaterialien bestimmte Plätze. Der Locher, der Tesafilm und die Stifte, der Tacker, das Lineal usw. Um zügig arbeiten zu können und nicht ständig alles suchen zu müssen, habe ich mir angewöhnt, alles an seinen Platz zu legen. Nun gibt es aber Kollegen oder Familienmitglieder, die ihre Sachen gern dort liegen lassen, wo sie zuletzt im Einsatz waren. Da kann es schon mal sein, dass meine Papierschere in der Garage liegt.
Und jetzt kommt das Paradoxon: Diese Kollegen oder Familienmitglieder wissen natürlich auch, wo mein Locher oder der Tesafilm zu finden sind, weil ja alles an seinem Platz liegt. Erst mal. Denn ehe die besagten Kollegen sich mit langer Suche nach ihren eigenen Materialien abgeben, bedienen sie sich schnell mal dort, wo sie sicher sein können, dass sie fündig werden.

Wenn nun der Ordnungsliebende in seine Schublade greift, um den Locher herauszunehmen oder den Textmarker, ist dort nichts mehr. Und jetzt muss derjenige seine Arbeit unterbrechen und sich auf die Suche machen, der mit seiner Ordnung gerade das vermeiden wollte. Vertrödelt seine Zeit damit, die verschlampten Sachen zu suchen, um weiterarbeiten zu können. Und das Spiel beginnt von neuem.

Das betrifft natürlich nicht nur Büromaterial, das trifft ebenso zum Beispiel auf Werkzeuge zu. Nun bin ich kein Typ, der nicht teilen will. Im Gegenteil, ich helfe sehr gern, nur mag ich es nicht, wenn ich ausgeliehene Sachen überall zusammensuchen muss. Und da hilft es auch nichts, wenn jeder Kollege einen eigenen Tacker oder Locher besitzt, denn die sind ja über kurz oder lang wieder irgendwo verschollen.

Hier helfen nur zwei Maßnahmen: entweder seine Sachen einschließen, was allerdings dem Betriebsklima nicht förderlich ist, oder ein klärendes Wort mit dem Schlamper. Einfach sagen, dass man das nicht mag, wenn die Sachen nicht mehr zurückgelegt werden, weil das eine Respektlosigkeit ist, frei nach dem Motto: „Lass doch lieber den Anderen suchen, meine Zeit ist kostbarer.” Das wirkt tatsächlich und man kann wieder zielstrebig arbeiten, weil sich doch niemand Respektlosigkeit vorwerfen lassen will.

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